zum virtuellen Rundgang                   Streifzug durch die Stadtgeschichte
 
Das Schloss Mühlheim
 
Der Eingang zum Schloss der Freiherrn von Enzberg befindet sich am Ende der Schlossstraße, etwa 100 Meter neben dem Vorderen Schloss. Das Schloss wurde um 1200, zur Zeit der Stadtgründung, auf dem sogenannten Nussbühl erbaut. Der Umbau der Anlage in den Jahren 1751-1753 veränderte das Schloss stark und gab ihm sein heutiges Aussehen. Schloss Mühlheim ist noch heute Wohnsitz der Familie von Enzberg und kann darum nicht besichtigt werden.
 
 
Aus der Geschichte des Schlosses: 
Pfarrer Model, der Verfasser des Pfarrubars von 1601, weiß zu berichten, dass nach alter Überlieferung die Stadt auf dem sogenannten Nussbühl errichtet worden sei. Die Bezeichnung Nussbühl für den Bergsporn zwischen Donau und Ostertal lässt den Schluss zu, dass die zollerische Burg nicht vor der Stadtgründung, sondern gleichzeitig mit ihr erbaut worden ist. 
 
Wäre die Burg schon früher dort gestanden, hätte der Hügel nicht Nussbühl geheißen, sondern den Namen getragen, der auf diese Burg bezug genommen hätte. Stimmt diese Annahme, so wurde die Burg um 1190/1200 erbaut. Erstmals erwähnt wird die "Veste" zu Mühlheim 1303 bei der Verpfändung der Herrschaft an den Bischof von Konstanz. Kurz vor 1470 muss die Feste umgebaut worden sein. Bei der Teilung der Herrschaft erhielt Hans I. "das Schloss zuo Milhain gegen der Tuonow, genannt das nuw Husß och mit allen sinen zuogehörenden Gemachen". 
 
1559 soll Hans Rudolf die Burg renoviert, den Graben aufgefüllt, die Zugbrücke beseitigt und eine zweiseitige Freitreppe bis zur Belletage gebaut haben. Diese Ausführungen Wiesers in seinen Beiträgen zur Geschichte der Herrschaft das große, oder neue Schloss mit seinem Einfang, zwei Viehscheuern, außerhalb der Schlossummauerung gelegen, und einen  Baum- und  Krautgarten aneinander samt dem Graben beim "gemelten" neuen Schloss gelegen. Noch deutlicher spricht der Bauakkord, den Maria Anna von Enzberg und ihr Sohn Nikolaus Friedrich 1674 mit Maurermeister Georg Braun abschlossen. Braun hatte unter anderem am hinteren Schloss den vorderen runden Turm im Schlossgraben neben der Brücke, rechts am Eingang, Altan genannt, zu reparieren. Der Turm war, da er einzustürzen drohte, bis auf gutes Gemäuer abzubrechen und auf die vorige Höhe wieder aufzumaueren. Der obere Boden war, weil der Turm kein Dach hatte, mit Steinplatten wasserdicht zu Pflastern und der Anstoss auf die ob dem Tor hinlaufende Mauer oder den Gang sowie auf den aus Wohnstube auf den Altan führenden Gang oder die Treppe gut und beständig anzufügen. 
 
Außerdem war die dem Graben gegenüberliegende ruinöse Vor- und Gartenmauer wiederherzustellen. Den Angaben von 1584 und 1674 zufolge, umgab eine Vormauer die Burganlage. Dahinter lag der Burggraben, über den eine Brücke mit Zugbrücke zum Burgtor führte. Östlich des Burgtors stand diesem vorgelagert, an exponierter Stelle, ein runder Turm ohne Dach. Dieser Turm, wahrscheinlich ein Bergfried, war nicht unmittelbar an das Burggebäude angefügt, sondern nur über einen Gang und einer Treppe von der Wohnstube aus zu erreichen. Vom Turm aus hatte man einen Zugang zu der Mauer über dem Tor. Hinter dieser Mauer ist ein kleiner Burghof zu vermuten; Turm und Mauer, eine Art Schildmauer schützten so den ganzen Wohnteil der Burg. 
 
Der Umbau unter der Witwe des Nikolaus Karl von Enzberg, Luise geborene Freiin von Hallwil, und ihrem Sohn Friedrich 1751 - 53 veränderte das Schloß stark und verlieh im das heutige Aussehen. Eine seltene, wohl einmalige Zeremonie erlebte die Schlosskapelle am 2. Dezember 1771. Ein griechischer Priester vom Orden des Hl. Basili von Aleppo in Syrien feierte eine Messe im orthodoxen Ritus im Beisein der Herrschaft und vieler Mühlheimer Bürger.