zum virtuellen Rundgang                   Streifzug durch die Stadtgeschichte
 
Das Vordere Schloss
 
Das Vordere Schloss (auf der Abbildung mit Blick von der Donau) liegt genau im rechten Winkel auf halbem Weg zwischen dem noch bewohnten Hinteren Schloss und dem Rathaus. Links vom Eingang haben Sie einen schönen Ausblick auf das Donautal und die Vorstadt. Das Gebäude wurde 1987 von der Stadt Mühlheim erworben und instandgesetzt. Das Kultur- und Verkehrsamt befindet sich im Erdgeschoss. Das gesamte zweite Stockwerk und das Dachgeschoss sind als Museum eingerichtet. 
 
Der Haupteingang des mächtigen dreigeschossigen Hauses mit hohem Walmdach, liegt seit jeher dem Stammschloss gegenüber. Er zeichnet sich durch eine reich geschnitzte zweiflügelige Tür aus. Vermutlich ist die Entstehung des zweiten Schlosses in Mühlheim mit der Doppelherrschaft von Friedrich und Engelhard von Enzberg zu erklären. In der Mitte des 17. Jahrhunderts erfolgte ein großer Umbau, bevor das Schloss im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts seine heutige Form erhielt. Genutzt wurde das Schloss als Witwensitz, später zogen Mieter ein. 

Der Innenausbau wies erstaunlich gut erhaltene qualitätsvolle Details auf. Sprossenfenster mit Innenläden, Türen mit Kastenschlössern und schön geformten Türschildern und Knäufen, Wandtäfelungen mit ornamental geschwungenen Abschlüssen und kunstvollen Parkettarbeiten waren in großer Zahl vorhanden. Fast alle Räume wurden mit Deckenstuck und Stuckprofilen als Wandabschluss ausgestattet. 

Das Vordere Schloss, das anlässlich des Stadtjubiläums 1991 eingeweiht wurde, steht seither der Öffentlichkeit als Kulturhaus für Feierlichkeiten, Jubiläen, Hochzeiten und Musikveranstaltungen zur Verfügung. Im Erdgeschoss befindet sich das Kultur- und Verkehrsamt. Der Gewölbekeller soll für den Heimatverein ausgebaut werden. Ein neuer Gemeinderatssaal, sowie ein großer Saal für Wechselausstellungen und kulturelle Veranstaltungen liegen im ersten Obergeschoss. Das ganze zweite Stockwerk und das Dachgeschoss sind als Museum eingerichtet. Der erhaltene Grundriss mit breitem Flur und seitlichen Räumen, die untereinander mit Türen verbunden sind, konnten beibehalten werden. Die konsequente Linie, wonach alle alten Teile original belassen wurden, neue Teile aber als modern erkennbar sind, prägt den Charakter des Hauses.

 
Das Museum enthält eine Abteilung für Frühgeschichte mit Funden aus Ausgrabungen, die auf eine Besiedlung in vorchristlicher Zeit hindeuten (ca. 2700 bis 2000 v. Chr.). Wandmalereien aus dem späten 18. Jahrhundert belegen die kunstvolle Innenausstattung des Schlosses. An Beispielen der religiösen Kunst aus Malerei, Plastik und Kunsthandwerk wird die Kirchengeschichte demonstriert. Besonders herausragend sind jedoch die Ölgemälde, Zeichnungen und Aquarelle des Mühlheimer Malers Josef Alfons Wirth (1887-1916).
 
Liegender Löwe, Zeichnung 
von Josef Alfons Wirth, um 1910
 
Informationen über die Geschichte der Mühlen und die kulturellen Einrichtungen der Stadt runden den Museumsbesuch ab. Mit der denkmalgerechten Instandsetzung des Vorderen Schlosses steht der Stadt Mühlheim eine öffentliche Einrichtung zur Verfügung, die sich in den letzten Jahren zu einem Ort kultureller Begegnung entwickelt hat. 
 
 
Ausblick vom Vorderen Schloss auf die 
Donau und die Vorstadt. Zu sehen sind 
auch die Realschule (blauer Pfeil) 
und das Hallenbad (gelber Pfeil)
 
Blick durch ein Fenster des Museums 
während einer Ausstellung zum Thema "Farben" und "Farbstoffe" der 
Realschule Mühlheim