| Der Haupteingang des mächtigen dreigeschossigen Hauses mit hohem
Walmdach, liegt seit jeher dem Stammschloss gegenüber. Er zeichnet
sich durch eine reich geschnitzte zweiflügelige Tür aus. Vermutlich
ist die Entstehung des zweiten Schlosses in Mühlheim mit der Doppelherrschaft
von Friedrich und Engelhard von Enzberg zu erklären. In der Mitte
des 17. Jahrhunderts erfolgte ein großer Umbau, bevor das Schloss
im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts seine heutige Form erhielt. Genutzt
wurde das Schloss als Witwensitz, später zogen Mieter ein.
Der Innenausbau wies erstaunlich gut erhaltene qualitätsvolle Details
auf. Sprossenfenster mit Innenläden, Türen mit Kastenschlössern
und schön geformten Türschildern und Knäufen, Wandtäfelungen
mit ornamental geschwungenen Abschlüssen und kunstvollen Parkettarbeiten
waren in großer Zahl vorhanden. Fast alle Räume wurden mit Deckenstuck
und Stuckprofilen als Wandabschluss ausgestattet.
Das Vordere Schloss, das anlässlich des Stadtjubiläums 1991
eingeweiht wurde, steht seither der Öffentlichkeit als Kulturhaus
für Feierlichkeiten, Jubiläen, Hochzeiten und Musikveranstaltungen
zur Verfügung. Im Erdgeschoss befindet sich das Kultur- und Verkehrsamt.
Der Gewölbekeller soll für den Heimatverein ausgebaut werden.
Ein neuer Gemeinderatssaal, sowie ein großer Saal für Wechselausstellungen
und kulturelle Veranstaltungen liegen im ersten Obergeschoss. Das ganze
zweite Stockwerk und das Dachgeschoss sind als Museum eingerichtet. Der
erhaltene Grundriss mit breitem Flur und seitlichen Räumen, die untereinander
mit Türen verbunden sind, konnten beibehalten werden. Die konsequente
Linie, wonach alle alten Teile original belassen wurden, neue Teile aber
als modern erkennbar sind, prägt den Charakter des Hauses. |